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Die Geschichte von Weihnachten

 Weihnachten und Weihnachtsbräuche

Woher  kommen sie?

Im Jahr 353 datierte Papst Liberius die Geburt Jesu verbindlich auf den 25. Dezember.

Zu dieser Zeit wurde in Rom das Christentum zur Staatsreligion:  Alle Festtage des heidnisch-römischen Kults wurden in christliche Feste umgewandelt. Der neu entstandene christliche Weihnachtsritus umfasste nun das heidnische Fest der Wintersonnenwende. Das Datum der „Geburt Jesu“ wählte die Kirche also bewusst so, dass sich Höhepunkte des heidnischen Festkalenders übernehmen ließen. Bald erklärte Kaiser Theodosius das Datum (381 auf dem Konzil von Konstantinopel) für allgemein gültig. Es folgte die systematische Umwidmung von Bräuchen. Der nordische Julkranz ist uns als Adventskranz gut bekannt. Und aus den heidnischen Göttern, die — so der alte Mythos — in der Zeit um die Wintersonnenwende auf die Erde kamen, entstanden der Weihnachtsmann und der Nikolaus. Wurden damals während des Julfestes riesige, mit Grün und Bändern herausgeputzte Stämme zu Ehren der Götter und der Sonne verbrannt, so ehrt man nun die Geburt Jesu mit dem grünen, geschmückten Weihnachtsbaum. Der mit Kerzen dekorierte Lichterbaum ist heute zentrales Element der familiären Weihnachtsfeier. Bis ins 18. Jahrhundert hinein war er nur an Fürstenhöfen zu finden, dann in der bürgerlichen Oberschicht. Seit etwa 1800 war der geschmückte Weihnachtsbaum in den gehobenen Bürgerhäusern von Zürich, München, Wien und Siebenbürgen zu finden. Er galt zunächst als protestantisch, bis er auch von den Katholiken allmählich übernommen wurde.

Henriette Alexandrine von Nassau-Weilburg führte ihn in Wien ein. Am Weihnachtsabend des Jahres 1816 schmückte sie ihn für ihr erstes Kind mit zwölf Kerzen — eine für jeden Monat des Jahres.

Beim Kleinbürgertum wurde er nicht zuletzt dadurch populär, dass der preußische König im Krieg 1870/71 gegen Frankreich Weihnachtsbäume in den Unterständen und Lazaretten aufstellen ließ. Danach verbreitete sich der Weihnachtsbaum weiter und erhielt die heute als selbstverständlich empfundene zentrale Rolle im Zeremoniell der häuslichen Familienfeier  (Kinder stehen vor der verschlossenen Tür, Kerzen am Baum werden entzündet, die Tür wird geöffnet, gemeinsames Singen, gemeinsames Öffnen der Geschenke, gemeinsames Mahl).

Die Adventszeit ist die Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest. Im fünften Jahrhundert feierte man sie erstmals im Gebiet um das italienische Ravenna. Papst Gregor der Große legte die Adventszeit fest: Sie beginnt mit dem ersten Sonntag nach dem 26. November und endet immer mit dem 25. Dezember. Somit dauert sie vier Sonntage. Papst Pius V. schrieb dann endgültig um 1570 die römische Adventsliturgie für die gesamte Kirche nieder — ausgenommen übrigens ist Mailand, wo die Gläubigen immer noch eine sechswöchige Adventszeit feiern.

In der Vorweihnachtszeit darf natürlich der
Adventskranz nicht fehlen:
Diese Sitte war noch zu Beginn  des 20. Jahrhunderts in vielen deutschen Familien unbekannt. Die historische Spur des Adventskranzes führt zu dem evangelischen Theologen Johann Wichern (1808 — 1881), der am ersten Advent des Jahres 1838 kranzförmig aufgestellte Wachskerzen zur Andacht verwendete. Bis zu Weihnachten wurde jeden Tag eine neue Kerze entzündet, sodass am Ende vierundzwanzig Kerzen leuchteten. Allmählich verbreitete sich der neue Brauch: 1925 hing dann erstmalig ein mit vier Kerzen bestückter großer Kranz — für jeden Sonntag eine — im Kölner Dom.

1930 dann auch in München. In unserem heutigen bunten Adventskalender mit seinen 24 Fenstern lebt die Idee Johann Wicherns — wenn auch etwas abgewandelt — fort.

Auch der Nikolaus ist fester Bestandteil der Adventszeit: Seit etwa 1555 bringt er den Kindern seine ersehnten Gaben. Anfangs gab es Nüsse, Obst und andere nützliche Dinge des täglichen Lebens.

Im 17. Jahrhundert bekam der Nikolaus einen Begleiter — Knecht Ruprecht oder Krampus —, der die Kinder entweder beschenkte oder tadelte, wenn sie nicht brav gewesen waren. Heute kommt Nikolaus meist allein und füllt die Nikolausstiefel, die am Vorabend ans Fenster oder vor die Tür gestellt werden. Der echte Sankt Nikolaus lebte übrigens 340 nach Christus als Bischof in Myra in der heutigen Türkei und gilt als Schutzheiliger der Kinder.

Luther hat die vorher auch in seinem Hause übliche Bescherung am Nikolaustag (es gibt Haushaltsrechnungen aus dem Hause Luther über Geschenke für das Gesinde und die Kinder zu St. Nikolaus aus den Jahren 1535 und 1536) auf den Heiligabend verlegt, da die evangelische Kirche keine Heiligenverehrung kennt. Evangelischer Gabenbringer war nun nicht mehr St. Nikolaus, sondern der »Heilige Christ«, wie Luther das Jesuskind nannte. Aus dieser Abstraktion wurde bald das engelsgleiche
Christkind, das man sich nun weiblich vorstellte.

 

("Weihnachten und unsere Weihnachtsbräuche" aus „Rückblick“ - 2006-Nr.5 - herausgegeben von der evang.-lutherischen Kirchengemeinde Pfaffenhofen)


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